Napier
Napier liegt an der Ostküste der Nordinsel, am südlichen Ende der Hawke Bay. Mediterranes Klima, die Nähe zum Strand, ein schmuckes Stadtbild, eine bewegte Geschichte und zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung locken Neuseeländer und Gäste aus Übersee gleichermaßen in die Stadt.
Im Jahre 1931 wurde die Hawke’s Bay Region von einem Erdbeben der Stärke 7,9 auf der Richterskala erschüttert. Napier und die benachbarte Stadt Hastings – die heute oftmals als „Zwillingsstadt Napiers bezeichnet wird – wurden buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht. Der Vergleich mit dem Phoenix, der aus der Ache steigt, ist jedoch hier nicht unangebracht – auch Napier stieg nach der Katastrophe zu neuer, ungeahnter Größe auf.
Inmitten der damals auch in Neuseeland herrschenden Wirtschaftskrise wurde Napier mit großen Enthusiasmus und Pioniergeist völlig neu aufgebaut – ganz im Art Deco-Stil. Dies macht die Stadt heute zu einem architektonischen Kleinod, das Besucher aus aller Welt anzieht. Beim Stadtspaziergang gibt es zahlreiche wunderbare Gebäude zu entdecken, wie beispielsweise das Masonic Hotel oder die A&B Bank mit ihrer prägnanten Kuppel. Auch ein Abstecher ins benachbarte Hastings lohnt sich, denn hier lehnte man sich beim Wiederaufbau an die spanische Missionsarchitektur an.
Die bekannteste Straße Napiers ist jedoch wohl die parallel zum Strand verlaufende Marine Parade. Entlang dieser Uferpromenade reihen sich zahlreiche Restaurants, Cafés und Bars, aber auch weitere Attraktionen. Das Hawkes Bay Aquarium, ein Kiwihaus und eine Minigolfanlage bieten Gelegenheit zum Zeitvertreib. In der Parkanlage der „Sunken Gardens“ kann man sich ein wenig vom Trubel der Stadt entspannen.
Napier liegt jedoch nicht nur am Meer, sondern auch auf zahlreichen Hügeln, von denen man eine wunderbare Aussicht genießen kann. Der beliebteste Aussichtspunkt der Stadt ist der Bluff Hill. Sportliche Naturen können zu Fuß hinaufgehen, man kann die Anhöhe jedoch auch mit dem Auto erreichen. Wunderbare Blicke über den nahen Hafen und in die Ferne entlang der Hawke Bay sind die Belohnung für den Aufstieg – und noch viel schöner ist das ganze bei Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel glühend rot verfärbt.
Auch in der näheren Umgebung Napiers gibt es viel zu entdecken. Die Hawkes Bay Region ist in den letzten Jahren zunehmend unter dem Schlagwort „Wine Country“ bekannt geworden, und so gibt es hier zahlreiche Weingüter, die zu Besichtigung und Verkostung einladen. In der fruchtbaren Region gedeiht jedoch nicht nur der Wein. Napier liegt auch in einem der Obstanbau-Zentren des Landes: Kiwis, Äpfel, Pfirsiche, hier gibt es vieles, was das Herz begehrt.
Nicht weit von Napier liegt auch das Cape Kidnappers, der Ort zweier größer Tölpelkolonien. Hier kann man die anmutigen Vögel aus allernächster Nähe beobachten. 10 Kilometer müssen jedoch am Strand zurückgelegt werden, um die Tölpelkolonien zu erreichen. Wer zu Fuß geht, sollte unbedingt die Gezeiten beachten und sich im Zweifelsfall lieber einer der geführten Touren anschließen, die mit vierradgetriebenen Bussen den Strand entlang fahren.
Und wer das Wasser nicht nur ansehen, sondern auch hineinspringen will, dem seien die Strände von Ocean Beach und Waimarama empfohlen. Sand, Wellen, wenige Menschen – und das Schwimmer- oder Surferherz schlägt höher.

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