Englisch Neuseeland
Das, was viele verbindet und trennt – die Sprache Englisch ist nicht gleich Englisch. Das weiß man spätestens, wenn man in der Schule gut aufgepasst hat und vielleicht auch schon einmal in englischsprachigen Ländern Europas unterwegs war.
Einige Dialekte versteht man gut, andere wiederum geben einem Rätsel auf und man versucht während eines Gesprächs einzelne Fetzen aufzuschnappen, um wenigstens das Gesprächsthema zu erahnen. Ähnlich ging es mir am Anfang mit dem neuseeländischen Englisch, an das ich mich zwar mit der Zeit gewöhnt habe, jedoch von den ganzen englischen Dialekten sicher nicht der leichteste ist. Aber mit der Sprache ist es manchmal wie mit so vielen Dingen – alles eine Frage der Gewöhnung!
Die Neuseeländer neigen beim Sprechen dazu Wörter beziehungsweise Silben in die Länge zu ziehen und dazu noch alles ein wenig zu vernuscheln. Das fördert nicht gerade die Kommunikation. Für mich war zu Beginn sogar der Wetterbericht eine Herausforderung, die ich nun mit Bravur meistern kann☺. Etwas ganz typisches für die Kiwis ist das obligatorische „ey“ an so ziemlich jedem dritten Satzende (wird gesprochen wie may bloß ohne m).
Dazu kommt dann noch das Anheben der Stimme zum Ende des Satzes. Zu Beginn dachte ich, ich würde ständig etwas gefragt werden, aber mittlerweile weiß ich, dass das wohl zur Kiwi-Sprachmelodie ghört.
Ganz offensichtlich wurde mit der neuseeländische Dialekt als ich für rund 3 Wochen bei einer Familie in Hawke’s Bay wohnte. Die Frau war ursprünglich aus England und hatte noch diesen typischen, britischen Dialekt. Ihr Mann hingegen, ein original-Kiwi, repräsentierte alles, was das neuseeländische Englisch so ausmacht – langgezogene Wörter, nuschelige Aussprache, immer ein flottes G’day auf den Lippen und das „ey“ durfte auch nicht fehlen. Hört man sehr aufmerksam zu, was ich am Anfang auch musste, um alles zu verstehen, klingen Wörter wie „yes“ oder „pen“ eher wie „yis“ oder „pin“, da Neuseeländer das i anders aussprechen.
Wenn man sich darauf eingestellt hat, kommt man doch gut zurecht. Neben der Aussprache gibt es scheinbar unendlich viele Redewendungen, die man einfach kennen muss, da eine wörtliche Übersetzung nicht möglich ist. Kaum ein jeder wird wissen, was „a piss in the hand“ bedeutet! Das soll soviel heißen, wie „alles kein Problem, ohne Schwierigkeiten“, aber meist neigt man doch zu einer wörtlichen Übersetzung, wenn man Englisch nicht als seine Muttersprache hat.
Es gibt kleine Taschenbücher mit vielen Phrasen und Redenwendungen, die man sich vorher besorgen kann, aber wirklich nicht muss. Ich besitze auch so eins, jedoch um ehrlich zu sein, habe ich bisher nur zweimal einen Blick hinein riskiert. Und da wären ja noch die tollen Ortsnamen. Der Einfluss der Maori begegnet einem auf allen Straßen Neuseelands!
Viele Orte besitzen einen Maorinamen und die Aussprache ist manchmal wirklich eine Herausforderung. Mir ist aufgefallen, dass man meist gar verkehrt liegt, wenn man versucht den Namen mit deutscher Aussprache herauszupressen. Da haben die Deutschen gegenüber den englisch sprechenden Neuseeländern einen Vorteil im eigenen Land.
Allgemein gesehen sind auch viele Begriffe aus der Flora und Fauna aus dem Maori entliehen. Wen wundert es schon, da doch viele Pflanzen und Tiere in Europa gar nicht existieren. Aus diesem Grund hat mein einfach die Maorinamen übernommen! Wörter wie Kea, Moa, Tui und sogar der Kiwi bekamen ihren Namen von den Maori. Die Namen sind so selbstverständlich, dass mir das zu Beginn gar nicht bewusst war.
Wenn man nach Neuseeland kommt, braucht man sich also nicht den Kopf zu zerbrechen, wenn man zu Beginn ein wenig Verständigungsprobleme hat. Man hört sich rein und übernimmt wahrscheinlich je nach Aufenthaltsdauer selbst ein bisschen Kiwi-Englisch.

Neuseeland
Erfahrungsbericht Neuseeland