Dunedin
Dunedin in der Region Otago ist die zweitgrößte Stadt der neuseeländischen Südinsel und gilt als die „schottische“ Stadt Neuseelands. Schon der Name ist Programm: Dunedin ist abgeleitet vom gälischen Namen der schottischen Hauptstadt Edinburgh und bedeutet „Stadt auf dem Hügel“. Heute ist Dunedin eine lebendige Universitätsstadt.
Die Architektur der Stadt ist stark vom viktorianischen und edwardianischen Stil geprägt – zuweilen wähnt man sich tatsächlich in Schottland. Das beeindruckende Bahnhofsgebäude, mehrere Universitätsgebäude und ein Dominikanerkloster sind prominente Beispiele für die schöne historische Architektur. Es lohnt sich aber auch, einen Nachmittag – oder auch zwei – durch die Straßen zu streifen und ebenso beeindruckende Privathäuser zu entdecken.
Die dazugehörigen Fakten über die Geschichte von Dunedin vermitteln Museen wie beispielsweise das Otago Museum oder das Otago Settlers Museum. Hier erfährt man auch vieles zur Geschichte der Goldgräber, die die Otago-Region entscheidend prägten.
Auch Kurioses fehlt in Dunedin nicht: Hier befindet sich die – nach dem Guinness Buch der Rekorde – steilste Straße der Welt, die Baldwin Street. Unglaubliche 35% beträgt die Steigung der etwa 350 Meter langen Straße. Wer sich sportliche betätigen will, der kann am „Baldwin Street Gutbuster“ teilnehmen, einem Rennen die Straße hinauf und zurück hinunter. Momentan liegt der Rekord bei 1:56 Minuten.
Auch Naturliebhaber kommen in Dunedin voll auch ihre Kosten: Wer mit dem Auto aus dem Stadtzentrum auf die Otago Peninsula hinausfährt, auf den wartet eine außerordentliche Tierwelt. Auf der Halbinsel befindet sich eine Brutkolonie von Königsalbatrossen – weltweit die einzige auf dem Festland. Majestätisch gleiten die Vögel mit der riesigen Flügelspannweite über den Himmel. Nur wenige Kilometer weiter können am Strand Seehunde und die selteneren Seelöwen beobachtet werden.
Doch Vorsicht – wer hier den Strand erforscht, der sollte aufpassen, dass er nicht in ein Loch tritt, denn dabei handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Brutplatz eines Blauen Pinguins, der kleinsten Pinguinart der Welt. Wenige Kilometer weiter bietet sich zum Einbruch der Dämmerung ein ganz besonderes Bild: Gelbaugenpinguine lassen sich mit den Wellen an Land spülen, rappeln sich im flachen Wasser auf und watscheln zu ihrem in den Dünen gelegenen Schlafplatz, ohne sich dabei von in Unterständen gut verborgenen Beobachtern stören zu lassen.
Die Otago Peninsula bietet noch eine weitere Besonderheit: Hier liegt Larnach Castle, das einzige Schloss Neuseelands. Ein Politiker und seine Frau genossen hier früher den herrlichen Ausblick auf den Otago Harbour. Heute ist das Schloss täglich für Besucher zugänglich.
Wer länger länger in Dunedin weilt, sollte auch einen Ausflug entlang der Küste nach Norden zu den berühmten Moeraki Boulders unternehmen. Die runden Felskugeln unterschiedlicher Größe verteilen sich entlang eines Strandabschnitts und sind nur bei Ebbe zu bewundern. Für das bizarre Szenario gibt es natürlich eine geologische Erklärung. Im Gedächtnis haften bleibt jedoch die Maori-Legende, nach der es sich bei den Kugeln um Flaschenkürbisse handelt, die aus einem Kanu fielen. Spätestens jetzt ist man nicht nur in der neuseeländischen Natur, sondern auch in der Geschichte des Landes angekommen…

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