Abel Tasman Coast Track
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Abel Tasman Coast Track

Ich bin in meinem Leben noch nie so viel gewandert wie in Neuseeland. Ich hätte auch nie gedacht, dass mir das so viel Spaß machen könnte. Vielleicht liegt das daran, dass man hier so viele Dinge während des Laufens entdecken kann, die es zu Hause nicht gibt.

Eines steht auf alle Fälle fest: Mein Eltern wären erstaunt, wenn sich mich sehen würden, wie ich mit meinem Rucksack die Wanderwege des Landes unsicher mache. Ganz im Norden der Südinsel gibt es den Abel Tasman National Park, von dem uns so viele vorgeschwärmt haben, dass wir dort einfach hin mussten. In einer i-seite haben wir uns detaillierte Informationen zu dem Coast Track geholt, wo man übernachten kann, was es zu sehen gibt und vor allem wie lange man dafür einplanen muss.

Neben dem Coast Track entlang der traumhaften Küste, kann man natürlich auch Inlandtracks ablaufen, aber leider kann man nicht alles machen, wenn man nur begrenzt Zeit hat! Außerdem wollten wir erst einmal langsam beginnen und dann schauen, ob wir vielleicht noch ein wenig das Innere des Parks erkunden möchten. Man hat natürlich die Wahl, ob man nur einen Tag wandert oder in einem hut übernachtet.

Da wir letzteres noch nicht gemacht haben, planten wir mindestens einen 2-Tages-Trip ein. Um ehrlich zu sein, war das eher die Neugierde wie es ist, in diesen DOC-Hütten zu übernachten, als die große Wanderlust. Besonders in der Hauptsaison, die vom 1. Oktober bis zum 30. April geht, muss man den hut im Voraus buchen. Tut man dies nicht, kann es passieren, dass man keinen Schlafplatz mehr bekommt oder eine Strafe zahlen muss! Und man braucht nicht denken, dass in der Wildnis niemand kontrolliert!

Eine Übernachtung kostet in der Saison für einen Erwachsenen 30 Dollar, in der Nebensaison 12 Dollar. Wer sein Zelt mitnehmen möchte, kann ebenso auf einem DOC-Campingplatz übernachten, was dann auch günstiger ist. Nach eingehender Diskussion und Absprache mit meiner Freundin sollte es für uns nun ein 2-tägiger Trip entlang des Coast Track werden.

Übernachten würden wir in einem hut und jetzt hieß es nur noch buchen und alles zusammensuchen, was wir brauchen. Los ging es ab Totaranui im Norden, wo sich ein DOC-Campingplatz befindet. Leider gelangt man da nur über 12km Gravel Road. Manche Teile des Tracks kann man nur bei Ebbe ablaufen, sodass man das bei seiner Planung berücksichtigen muss.

An was man nicht alles denken muss! Am ersten Tag sind wir 17 km gelaufen – teilweise am Strand, direkt entlang der Küste oder etwas weiter in Inland, sodass man vom Meer nichts mehr sah. Der einfache Tramping-Track führt einen entlang traumhafter Strände mit türkisblauen Wasser (22 Grad warm!!), Robbenkolonien, faszinierenden Felsformationen mit Höhlen und dichtem Busch fast wie im Regenwald.

Ich war von Anfang an total beeindruckt von dieser Landschaft, die locker mit einem kitschigen Postkartenbild der Südsee mithalten konnte! Dadurch, dass der Track vom Anforderungsgrad wirklich leicht war, hatte man genug Zeit sich alles genau anzugucken. Nach einer 7-stündigen Wanderung hatten wir unseren Endpunkt für diesen Tag erreicht (Bark Bay). Die Hütte war sehr urig, verfügte zwar über kein fließend Wasser oder Strom, aber auf das kann man schon einmal verzichten.

Die Betten waren wie riesige Doppelstockbetten, wo oben und unten jeweils 7 Erwachsene Platz fanden. Matratzen werden zur Verfügung gestellt, jedoch muss man sich selbst um Schlafsack und Kochutensilien kümmern, wenn man eine warme Mahlzeit haben möchte.

Die Nacht würde ich als einer der schlechtesten bezeichnen, die ich seit langem hatte, aber was will man machen. Ich lag genau zwischen einem Schnarcher und einer Wanderin, die einen starken Reizhusten hatte. Mit Schlafen war daher nicht viel.

Früh um 6 hieß es wieder raus aus den Federn und weiter gings. Kurz nach halb 7 ging die Sonne auf. Dies war einer der schönsten Sonnenaufgänge, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Die Rosafärbung des Himmels, die zahlreichen Inseln und die weißen Strände und nicht zu vergessen das allzu blaue Meer – traumhaft, ja fast unwirklich.

Allzu lange konnten wir leider nicht verweilen, da noch sage und schreibe 22 km vor uns lagen und die mussten wir bis 14:30 Uhr geschafft haben. Das Ziel war Marahau. Um diese Zeit fuhr das letzte Wassertaxi des Tages. Ein solches Service empfiehlt sich wirklich, wenn man nicht den ganzen Weg zurücklaufen möchte. Außerdem ist so eine Bootsfahrt mit schnellerem Tempo auch ein Erlebnis! Wer sein ganzes Gepäck nicht mit sich herumschleppen möchte, kann es sich auch von Station zu Station für 12-15 Dollar bringen lassen.

Es gibt einige Anbieter von Wassertaxis im Marahau, sodass man ruhig vergleichen kann. Preisunterschiede gibt es jedoch kaum. Für die, die sparen wollen: In den Arrival-Magazin gibt es einen Voucher für einen Nachlass von 10% für das Abel Tasman Water Taxi. Wir waren zwar ein bisschen müde, aber trotz allem haben wir die 22 km bis 13:00 Uhr geschafft und das mit einem Gefühl während unseres 2-tägigen Wandertrips einige wunderschöne Dinge gesehen zu haben. Vor allem konnten wir stolz auf uns sein, dass wir es durchgezogen hatten!

Das Gepäck war schwer, am Ende wurde der Weg sehr lang und die sandflies haben uns auch geärgert. Trotz allem war es das alles wert! Am Ende gab es noch die Wassertaxifahrt zurück nach Totaranui, wo unser Auto auf uns wartete. Leider haben wir wieder einrmal keine Delphine gesehen, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Sollte ich je noch einmal nach Neuseeland kommen, steht das auf alle Fälle auf meinem Plan! Das nächste Mal aber vielleicht als 3-Tages-Walk, da man sich dann noch mehr Zeit lassen kann. Ich kann es allen nur empfehlen- Für mich ist und war das ein must-do!